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Keine große Sache, hatte sie gemeint, nur ein paar von meinen Leuten und du und ich und die drei, vier Hauptstadtjournalisten, die noch offen sind für so was. Es kamen gefühlt zweihundert, das kleine Café am P-Berg, die Luft war zum Schneiden, und jede und jeder, wirklich alle hatten was vorzuweisen, eine Ressortleitung, ein Subressort, einen blog, eine Herausgeberschaft, eine Influencerei. Mir wurde bald übel, und ich musste raus, wo mich eine junge Frau vom Regionaldfernsehen ansprach, Feuer, die Stimme hatte keine Chance gegen den Lärm der endlosen Rollkoffer und Lieferwagen. Sie sind die graue Eminenz hier. Ich nickschüttelte den Kopf. Die treibende Kraft hinter all dem hier. Getrieben, vielleicht, lähmend. Egal, sie sah mich längst als Protagonisten in ihrem Background, um den es nicht wirklich gehen und um den sich dann doch alles drehen wird über viele dramatische Zeilen hinweg. Und was krieg ich dafür? Me too? Ich war schon aufgestanden und ging wieder hinein, wo die Musik spielte.