Rinks

Bernd Stegemann, Dramaturg und Autor des unheimlich guten „Gespenst des Populismus“, schreibt gemeinsam mit Sahra Wagenknecht zur geplanten linken Sammlungsbewegung in der ZEIT, manifest vor flammend rotem Hintergrund. Der Text hat nichts von der Morgenröte eines Aufrufs, dafür einiges von der Dunkelheit der Reaktion. Die Hälfte seiner Kraft verwendet er auf die Verteidigung der Forderung nach Bekämpfung der Arbeitsmigration. Bald ist mehr von der AfD als von irgendeiner neuen Linken die Rede, Trotz und Scham legen sich auf die Hoffnung, und dann steht da noch, man müsse sich die Moral (gegenüber Fremden) auch leisten können. Das klingt weniger nach Brecht als nach „Charta 2017“, merkwürdig finster und menschenunfreundlich. Wer die Schwachen vor den Schwächeren beschützen will, muss von der Macht träumen.