kraft

Wenn der Russe kommt, raunten unsere Mütter, unsere Väter, um den 7-Tages-Proviant, den pseudo Bunker im Keller, das Nummernkonto in der Schweiz zu erklären. Wir lachten sie aus (und vergaßen es wieder oder zeigten sie dann an). Und jetzt kommt Putin um uns Angst zu machen. Ja, denken wir, wenn er nach zig Provokationen, mitten im Krieg, die Nachbarn aufruft Russland doch bitte zu vertrauen, „wir haben keine bösen Absichten“ – seine Bomben fallen auf die Ukraine, nach seiner Lesart uraltes Inland. Ein Nachbar zum Fürchten – nicht Peter der Große, nicht Stalin, nicht mal Zorro – das Comic-hafte „Z“ auf seinen Panzern, ein geliehener Buchstabe, der vieles heißen kann und zum Symbol der Freunde Putins wird. „In der Wahrheit liegt die Kraft“ könnte „V“ bedeuten, noch ein Zeichen auf Russlands Panzern. Schwarzes Leuchten der Propaganda, Wahrheit aus dem Bunker, nackt wie alle Macht, die mit sich selbst im Reinen ist. In der Lüge liegt die Kraft.

nein

Über 60 Kilometer erstreckt sich die Kolonne russischer Armeefahrzeuge auf Kiew zu, darunter Mannschaftswagen in drei, vier Reihen dicht an dicht, Satellitenbilder zeigen es. Eine überlange Kette von Befehlsempfängern, sehr jungen Männern, die dem „Brudervolk“ zur Hilfe eilen, Putins „Friedenstruppe“,  Verbrecher in Uniform, die sich bald fragen werden, warum sie nicht nein gesagt haben, wie sie nicht nicht zu Mördern wurden. Sie sind nicht im Befehlsnotstand, nur Teil einer Kette des Bösen, und würde plötzlich Selenskyj oder Gandhi oder Jesus mitten auf der Straße stehen um sie aufzuhalten, sie würden nicht anhalten.